Canyons und heisse Quellen

Bei blauem Himmel in den Tag zu starten macht einfach einen Riesen-Unterschied; die Farben leuchten viel mehr auch wenn es nur selten mal einen Baum (und dann noch in rot) gibt.

Die erste Aktivität des Tages führte uns zum Stuðlagil Canyon. DIe Zielführung mit Google Maps führte uns zum Parkplatz und den Aussichtsplatformen auf der Westseite, aber da die Sonne noch tief im Osten stand lag die gegenüberliegende Seite des Canyons im Schatten. Stattdessen sind wir zurück zu einem Abzweig vorher, wo man über eine Brücke zu einem Parkplatz auf der Ostseite fahren konnte. Zwar muss man von hier etwa 2,5 km laufen, kommt aber so auch am Stuðlafoss Wasserfall vorbei.

Am Ende der Wanderung bot die Schlucht mit den Basaltwänden schöne Motive sowohl mit der normalen Kamera und dem Handy als auch mit der Drohne.

Als wir vom Parkplatz losgelaufen waren, lag die Temperatur bei knackigem 1 Grad, so dass wir mit Handschuhen, Mütze und mehreren Lagen an Jacken unterwegs waren. Auf dem Rückweg wurde es in der Sonne und bei 9 Grad dann schon ziemlich warm.

Der nächste Streckenabschnitt führte uns weiter nach Nordwesten zum Dettifoss Wasserfall. Nach angenehmer Fahrt auf der Ringstrasse bei immer noch schönstem Wetter wurde es dann anstrengender, denn wir hatten uns für die Schotterpiste zur Ostseite des grössten Wasserfalls in Europa entschieden. Die Zufahrt zur Westseite wäre wohl einfacher gewesen, aber sollte dementsprechend voller sein und nicht ganz so gute Sicht bieten. Nach 30km Fahrt über Schlaglöcher und Wellen in der Strasse konnten wir dann endlich nicht nur den beeindruckenden Blick auf den Wasserfall sondern auch die Schlucht davor geniessen.

Inzwischen hatte sich die Bewölkung zugezogen und die Sonne war verschwunden, so dass wir erst wieder die 30km zurück über die Schotterpiste und dann weiter über die Ringstrasse durch die dann eher triste Landschaft fuhren. Kurz vor dem Myvatn See und unserer Unterkunft dort gab es aber noch ein Highlight: im geothermischen Gebiet von Hrevir blubberte, qualmte und stank es aus vielen kleineren und grösseren Löchern im Boden.

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns dann ein heisses Bad im „Jarðböðin“, einem lagunenähnlichen Freibad mit milchig blauem, mineralhaltigem Wasser aus natürlichen heißen Quellen. Sicherlich auch nicht billig aber eine gute Alternative zur berühmten und eben auch sehr teuren „Blauen Lagune“ in der Nähe von Reykjavik.

Unser Hotel Laxy direkt am Myvatn See war dann nicht mehr weit; nach den letzten drei Unterkünften mit Zugangscode mal wieder ein Schlüssel von der Rezeption. Man hätte hier sogar zu Abend essen können, aber bei den Preisen (Hauptgericht um die 50 Euro) haben wir mal wieder verzichtet und auf unsere Supermarkt-Einkäufe zurückgegriffen.