Ganz hoch in den Norden

Husavik ist eigentlich bekannt für die Möglichkeit, Wale zu sehen, auch wenn der Oktober schon nicht mehr in der Hauptsaison liegt. Wir hatten nicht vorgebucht und am Abend die Wettervorhersage angeschaut: es sollte noch am Vormittag regnen und es wäre ziemlich ungemütlich geworden, daher haben wir uns gegen eine Bootstour entschieden. Stattdessen sind wir noch früh am Morgen im Sonnenschein zum Godafoss gefahren, dem „Wasserfall der Götter“. Hier hatte die Bewölkung schon zugenommen aber der Regen kam dann erst nach unserem Besuch dort (allerdings weniger als erwartet). Den Wasserfall kann man auf beiden Seiten von einen Parkplatz gut erreichen, und nach dem Blick von oben habe ich erst auf dem Rückweg das winzige Schild mit dem Drohnenverbot gesehen 😀.

Weiter ging es von hier über den Pass statt durch den mautpflichtigen Tunnel nach Akureyri. Der Umweg von 15 km ist wahrscheinlich nur im Winter schwierig.

Die zweitgrösste Stadt Islands hat aber nicht wirklich viel zu bieten, und da wir aufgrund der ausgelassen Walbeobachtungstour jetzt schon gegen Mittag angekommen waren und hier übernachten wollten, haben wir uns während einer Kaffeepause im Blaa Kannan Café entschieden, die 70km nach Siglufjördur zu fahren, der nördlichsten Stadt Islands.

Die Strecke dorthin entlang des Fjords Eyjafjördur machte den Abstecher schon interessant, insbesondere wegen der Tunnel: der erste mit 3400m war sogar nur einspurig mit Ausweichbuchten alle 100-200m, und dann folgten direkt hintereinander ein 7100m und 3900m langer Tunnel.

Der Ort selbst ist ganz nett mit ein paar interessanten Fotomotiven wie den Gebäuden des Heringsmuseums, aber wirklich viel zu sehen gibt es hier auch nicht. Hier lebten 1950 über 3000 Einwohner, die durch den Heringfang und die Verarbeitung dort eine Beschäftigung fanden, aber nach dem Ausbleiben der Fische Ende der 60er Jahre ging die Einwohnerzahl stark zurück auf heute noch etwas mehr als 1100 Einwohner.

Nach der Rückfahrt nach Akureyri, teilweise mit Sonnenschein, folgten wir dem Schild „Old Town“ zu einigen alten Häusern etwa 1km südlich vom Stadtzentrum. Nicht nur der Oldtimer vor dem Spielzeugmuseum sondern auch der Garten vor dem Akureyri Museum und die Dekoration der Abfalleimer waren hier sehenswert.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns im Backpacker’s Cafe mal wieder ein Abendessen gegönnt und danach im Hotel Akureyri zu einem verhältnismässig günstigen Preis übernachtet.