Trüber letzter Tag

An unserem letzten Tag verabschiedet uns Island leider nicht von seiner besten Seite.

Nach dem Frühstück konnten wir zumindest den Vormittag noch einmal für einen trockenen Spaziergang durch Reykjavik nutzen und nun auch die Hallgrimskirkja von innen besichtigen (obwohl bis auf die Orgel wenig eindrucksvoll).

Da sind die vereinzelten alten Häuser etwas farbenfroher.

Auch das Parlament Islands ist eher schnuckelig. Kurz dahinter befindet sich der Inlands-Flughafen, während wir am Abend für den internationalen Flug nach Hause noch zum 40 km entfernten Keflavik fahren mussten.

Zum Harpa Konzerthaus hatten wir es dann auch noch geschafft.

Für den schon erwarteten Regen hatten wir zwei Indoor-Aktivitäten geplant. Als erstes sind wir ins weltweit einzigartige Phallus-Museum gegangen und haben uns dort die vielen verschiedenen Penis-Formen in der Tierwelt, wie unten dem Pottwal, und verschiedene skurille Kunstobjekte wie die mexikanischen Flöten unten angeschaut. Schon interessant, was der Gründer des Museums („irgendjemand musste es tun“) hier zusammengetragen hat.

Der zweite Stopp galt dann einer kleinen Ausstellung zum Thema Nordlicht, mit vielen Infotafeln, Fotos und Filmen. Ganz nett und schön gemacht und gut für einen Nachmittag im Regen.

Aber irgendwann mussten wir auch Richtung Flughafen fahren, und hatten noch einen kleinen Umweg geplant. Aber weil es so trüb aussah und regnete, mochten wir an den heissen Seltún Quellen nicht aussteigen (und erst recht nicht schon wieder fürs Parken zahlen).

Ganz interessant war dann ein kurzer Stopp in Grindavik, wo es seit Ende 2023 zwölf Vulkanausbrüche gegeben hat, mit dem letzten vor gerade mal 10 Wochen. Eine Fotoaustellung im Ort dokumentierte die Zerstörung und den Einsatz der Helfer, und wir fuhren dann die Strasse entlang an der gerade erst erkalteten Lava entlang (die sogar über die Straße geflossen war und den Neubau einer Umgehung erforderlich gemacht hatte).

Nur ein paar Kilometer weiter liegt die berühmte Blaue Lagune, die durch diese Vulkanausbrüche auch mehrmals betroffen war und geschlossen werden musste. Auch hier mussten der Parkplatz und die Zufahrtstraße neu gebaut werden, damit die Gäste der Therme wieder zur Lagune fahren konnten. Wir haben uns das nur kurz von außen (und vom Cafè aus) angeschaut, denn so richtig einladend sah das nicht aus und 129 Euro Eintritt pro Person sind einfach völlig überzogen (und trotzdem war ziemlich viel los).

Danach haben wir noch im kleinen Oriento Grill in Keflavik zu Abend gegessen und haben den Mietwagen nach 2587 (!) Kilometern wieder bei Icerental 4×4 abgegeben. Mit dem Shuttle ging es zum Flughafen, und hatten dort noch genug Zeit zum Bericht schreiben bevor es nach Mitternacht mit dem Flieger nach Frankfurt wieder Richtung Heimat ging.

Kurzes Fazit der 12 Tage rund um Island: eine wirklich faszinierende Insel mit einer Vielzahl von spektakulären Landschaften und interessanten Stopps, und wie geschaffen für einen Roadtrip wie wir ihn mögen. Mit der Wahl des Reisemonats Oktober hatten wir zwar wie erwartet auch etwas Pech mit dem Wetter, aber eigentlich hat uns das nur den dritten Tag und den halben letzten Tag so verdorben, dass wir Ziele auslassen mussten. Für den stürmischen Wind und die niedrigen Temperaturen hatten wir schließlich die richtige Kleidung dabei, und es gab auch einige wirklich sonnige Tage und Stunden wo es richtig Spass machte, schöne Fotos zu schießen. Und das beste im Oktober war eben die Chance auf Nordlichter, und da hatten wir ja sogar drei Abende richtig viel erleben können.

Was leider nicht geklappt hat mit dem Oktober war das Ziel die Touristenmassen zu vermeiden: unglaublich wie viel selbst an den kleinsten Highlights noch los war, und besonders überraschend war der hohe Anteil an Asiaten, die offenbar auch die Nebensaison bevorzugen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das im Sommer aussieht; allerdings hat man da ja die Möglichkeit, in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden zu den Touristenhighlights zu fahren da es ja dann viel länger hell bleibt.

Und was einem wirklich schon ein bisschen den Spaß verdorben hat waren die Preise. Alles war mindestens anderthalb bis zweimal so teuer wie in Deutschland gewohnt, und wegen der vielen Touristen waren die Preise für die Unterkünfte besonders im Süden an der Ringstrasse mit 150-200 Euro pro Nacht echt happig. Essen zu gehen oder sich mal zwischendurch in ein Cafè zu setzen haben wir uns bis auf ein paar Ausnahmen verkniffen. Wenn man Touren und Eintritte in Museen plant muss man sich auf hohe Kosten einstellen, und fast überall an den Touristenhighlights wird mit 7,50 Euro fürs Parken kassiert.

Vielleicht wären die Unterkünfte ja auch etwas günstiger gewesen, wenn man nicht erst am Tag vorher bucht, denn booking.com hat an der Südküste eine Belegung über 80% angezeigt und viele Hotels waren ausgebucht. Letztendlich ist es gutgegangen obwohl wir nach den ersten Tagen dann auch mal bis zu drei Übernachtungen im Voraus gebucht hatten. Aber es kann eben immer mal was schief gehen und die Planungen umwerfen, was dann viel Geld kostet. Nur drei Tage bevor wir über die Ringstrasse fuhren gab es im Süden an zwei Stellen Strassensperrungen wegen Überflutung. Zum Glück wurde die Strasse dort schnell wieder passierbar gemacht.

Nichtsdestotrotz war das sicher nicht das letzte Mal; wir haben noch einige Dinge auf unserer Liste die wir bei einem Besuch im Sommer sehen wollen. Da gehören z.B. auch die Westfjorde dazu, für die man aber einfach etwas mehr Zeit braucht. Für unsere Runde über die Ringstrasse mit den gelegentlichen Abstechern waren die 12 Tage aber gut geplant.

Nachtrag am 22.10.2025:
Die Fotos sind bearbeitet und auf knapp unter 700 reduziert :-):
Zonerama: https://eu.zonerama.com/cfalcken/Album/14049532
Piwigo Galerie auf meinem Server: https://piwigo.falckenberg.de/index.php?/category/1611

Im Piwigo Unterverzeichnis Panorama liegen die 360° Panoramen, die von der Drohne erstellt wurden. Hier kann man besonders im Vollbildmodus mit der Maus in alle Richtungen schauen und zoomen.

Alternativ geht das auch bei Kuula:
https://kuula.co/explore/collection/7HNy3

Besonders cool ist da der Modus auf dem Handy, wenn man auf den kleinen Kompass unter einem Bild klickt; dann kann man das Handy bewegen und wie durch ein Fenster in alle Richtungen schauen.

Ausserdem ist die Karte fertig mit den Routen der Autofahrt und Wanderungen, und den Highlights, Unterkünften und den Restaurants:
https://umap.falckenberg.de/de/map/2025-island_12#7/64.989/-19.006