Fast weggeflogen

Heute gab es wieder das volle Wetter-Programm: nach anfangs noch viel Sonne kam diese später nur noch vereinzelt durch die Wolken, aber immerhin war es meistens trocken mit wenig Regen; nur einmal kam sogar ein Graupelschauer vor dem wir uns in einen Souvenirladen retten konnten. Aber das heftigste war der Wind: im Wetterbericht standen 18 Meter pro Sekunde, d.h. Windstärke 8 nach Beaufort!

In Hellisandur, der „Street Art Capitol of Iceland“, gab es einige interessante Wandmalereien aber es war schon so windig, dass wir diese nur aus dem Auto fotografiert haben.

Erster Stopp im Snæfellsjökull Nationalpark war der Skarðsvík Strand mit ausnahmsweise gelbem Sand, aber man sieht an den Wellen dass es hier viel zu ungemütlich für einen typischen Strandurlaub wäre.

Der Vulkankrater Saxhóll liegt direkt an der Strasse und wir haben es gerade noch geschafft, die 386 Stufen zum Kraterrand hoch zu laufen ohne wegzufliegen.

Weiter ging es Richtung Südküste der Snæfellsnes Halbinsel und wir fuhren den kurzen Abstecher zum Djúpalónssandur Strand. Hier gibt es neben der Lagune die Überreste eines Fischtrawlers, der 1948 gestrandet ist. Kein Wunder wenn man diese Brandung sieht!

Auch auf dem nächsten kurzen Spaziergang zur Aussichtsplattform auf den Lóndrangar Felsen mussten wir gegen den Wind ankämpfen und es war gar nicht leicht, die Kamera für ein Foto ruhig zu halten.

Weiter ging es dann bis Arnarstapi, wo wir trotz des Windes noch einmal einen kleinen Rundgang gewagt haben. Hier gibt es neben dem Denkmal für „Bárður Snæfellsás„, einer isländischen Sagenfigur, einen Weg entlang der beeindruckenden Klippen.

Da es weiterhin richtig ungemütlich war, haben wir die Gelegenheit zu „Fish and Chips“ in einem kleinen Restaurant genutzt. 65 Euro sind dafür wirklich happig! Aber das ist eben normal für Island, und wenn der Laden trotzdem voll ist bestimmt eben Angebot und Nachfrage den Preis.

Frisch gestärkt haben wir dann die Allrad-Fähigkeiten unseres Mietwagens getestet und sind die 570 hochgefahren, um einen guten Blick auf den Snæfellsjökull-Gletscher zu bekommen. Eine ziemlich abenteuerliche Strecke die aber mit guten Aussichten belohnt wurde. Als kleines Schmankerl gibt es hier oben ausserdem die Sönghellir Höhle.

Als nächstes sind wir wieder gegen den starken Wind den Weg hoch gelaufen zur Rauðfeldsgjá Schlucht, die so eng ist dass man sich fast mit den Armen an beiden Wänden festhalten kann während man über die Steine im Bach balanciert.

Zum Ende des Tages kämpfte sich die Sonne nochmal durch die Wolken, aber vom Snæfellsjökull Aussichtspunkt war vom Gletscher nichts zu sehen. Kurz danach konnte man so aber ein stimmungsvolles Bild an der mitten in der Landschaft stehenden Búðakirkja machen, einer 1848 erbauten Kirche die 1987 mit dem aktuellen Aussehen renoviert wurde.

Und wenn dann noch ein 80m hoher Wasserfall wie der Bjarnarfoss von der Straße zu sehen ist, lohnt es sich auch da nochmal den kurzen Weg hinzulaufen.

Obwohl wir heute nur etwa 80km gefahren waren, waren die vielen Stops und besonders der Wind so kräftezehrend, dass wir uns im Kast Guesthouse ein Bier gegönnt haben, egal was es kostet (meins hatte 8% Alkohol!).