Gegenüber der ursprünglichen Planung hatten wir einen Tag eingespart, so dass wir vor dem Trip nach Ottawa noch einen Abstecher zu den „Thousand Islands“ am St.Lorenzstrom machen konnten. Da wir aber noch keine konkreten Ziele hatten, kamen die Tips eines deutschen Paares im Hotel gerade recht. Diese hatten die „Two Nation Tour“ mit Uncle Sam Boat Tours empfohlen, und so sind wir von Tupper Lake zwei Stunden bis Alexandria Bay gefahren.
Und wieder zeigte der Morgen, dass das Wetter auf unserer Tour auch ganz anders hätte sein können.

Aber nach einer halben Stunde Fahrt wurde es immer besser, und die Sonne erlaubte es wieder schöne leuchtende Fotos zu machen.


Manchmal erscheint der amerikanische Nationalismus schon sehr übertrieben, wenn z.B. selbst am Wohnwagen auf dem Campingplatz die US Flagge gehisst wird. Aber über eine Strecke von mehreren Kilometern alle 20m kleine Flaggen neben der Straße aufzustellen (die ab und zu in einem Schuh steckten) und damit offenbar an Gefallene der beiden Weltkriege zu erinnern ist schon eine besondere Geste.

Mit dem Schiff ging es zunächst entlang der „Millionaire’s row“, einer Reihe von Inseln die oft nur mit einem teuer aussehenden Haus bebaut wurden.

Wie der Name schon sagt, führte die Tour über die Grenze nach Kanada, und die Führerin erlaubte sich den Spass, alle Gäste nach der Grenzlinie Ausschau zu halten. Auch auf der kanadischen Seite gab es interessante Häuser, und an einer Stelle war die Grenze auf der „International Bridge zwischen zwei Inseln (links Kanada, rechts USA, aber mit demselben Eigentümer) auch zu sehen.



Highlight der Tour war aber das Boldt Castle, das George C. Boldt als Symbol für die Liebe zu seiner Frau 1894 begann zu bauen, aber dessen Bau kurz vor der Vollendung 1904 gestoppt wurde, weil Louise Boldt plötzlich verstarb. Danach verfiel der Bau und erst seit 1977 wurde das Schloss aufwendig restauriert und mit den wichtigsten Räumen erst in den letzten Jahren so hergestellt, wie sie hätten aussehen können, wenn das Schloss jemals als Wohnhaus genutzt worden wäre. Viele Räume sind weiterhin im verfallenen und von Vandalen verschandeltem Zustand, so dass deutlich wird, welcher Aufwand für eine vollständige Restaurierung notwendig ist.




Auf der Insel befindet sich auch der innen noch nicht restaurierte Alster-Tower mit einer Bowling-Bahn (!) im Keller.


Nach der Bootsfahrt ging es über die Grenze nach Kanada, und wir steuerten Kingston an, obwohl das einen kleinen Umweg für die Richtung nach Ottawa bedeutete. Die zweite Empfehlung, die wir bekommen hatten, war nämlich das „Pumpkin Inferno“ im Fort Henry. Zunächst blieb noch ein bisschen Zeit, um einen Blick auf die Stadt Kingston und seine Sehenswürdigkeiten zu erlauben.



Am Abend konnten wir uns dann im Fort die beleuchteten Kürbis-Skulpuren anschauen. Die Kürbisse sind zwar nur Nachbildungen aber die Schnitzarbeiten wurden von verschiedenen Künstlern tatsächlich von Hand erstellt, die Bilder zeigen nur eine kleine Auswahl der vielen Ideen.






Zu wieder normalen Preisen war es diesmal kein Problem, mit dem Days Inn ein vernünftiges Hotel zu buchen, so dass wir nach der Veranstaltung direkt in Kingston geblieben sind.